Proktologie Professor Dr. Prohm, FASCRS
 


Blond'sches Proktoskop

Therapie des Hämorrhoidalleidenleidens

Für die Therapie des Hämorrhoidalleiden ist es entscheidend festzustellen, welches Stadium vorliegt. Hiervon hängt es auch ab welche Therapie eingeschlagen werden kann und soll. Während Hämorrhoiden Grad 1 und 2 konservative Maßnahmen vorbehalten sind, sind die Stadien 3 und 4 die Domäne von operativen Maßnahmen.
Hämorrhoiden Grad 1
Wie wir bereits gehört haben liegen Hämorrhoiden Grad 1 vor wenn diese nur innerhalb des Analkanals sichtbar sind und entsprechende Beschwerden verursachen: hierzu zählen Juckreiz, Blutungen und Druckgefühl innerhalb des Analkanals. Äußerlich sind keine Knoten vorhanden; die häufig als Hämorrhoidenknoten angeschuldigten, aussen liegenden Hautfalten, die Marisquen, sind ehemalige abgelaufene Thrombosen der Gefäße um den After herum und haben mit Hämorrhoiden nichts zu tun. Doch hierzu später.

Die Therapie der Wahl bei Hämorrhoiden 1. Grades stellt, wenn konservative Maßnahmen wie Stuhlregulierung, Sitzbäder, Hämorrhoidensalbe, Zäpfchen versagen die Verödungsbehandlung dar. Hierzu wird ein Spezial Instrument, ein Proktoskop mit seitlichem Fenster, in den Analkanal eingebracht so dass die Hämorrhoidenknoten durch das Fenster in das Proktoskop hinein fallen können. Anschließend wird mit einer angewinkelten Spritze das Verödungsmittel unter die Schleimhaut gebracht, allerdings kein großes Depot sondern nur wenige Tröpfchen, so dass der Patient anschließend keine Beschwerden durch die Behandlung verspürt. Dies wird an mehreren Stellen durchgeführt und in mehreren Sitzungen. Dies stellt eine sehr elegante und schmerzarme, ja man kann sagen, schmerzfreie Behandlung dar. Die Patienten stellen meistens bereits nach der 1. Verödungsbehandlung fest, dass ihre Beschwerden deutlich rückläufig sind. Der Vorteil ist der, dass die Injektionen oberhalb der  Linea dentata, der Schmerzlinie ablaufen. Alles was oberhalb der  Linea dentata durchgeführt wird ist schmerzfrei, da hier keine schmerzleitenden Fasern vorhanden sind. ist die Behandlung trotzdem schmerzhaft, muss ganz klar gesagt werden, dass die Durchführung falsch war. Hieraus ergeben sich auch die möglichen Komplikationen: wird zu viel des Verödungmittels eingebracht kann es zu Schwellungen und eventuell zu lokalen Entzündungen kommen so dass hieraus erhebliche Beschwerden resultieren können. Auch eine zu oberflächliche Injektion kann dazu führen, dass ein Ulkus (Geschwür) innerhalb der Darmschleimhaut entsteht, so dass es auch hier zu Blutungen und Beschwerden kommen kann.